The Heart of Basketball

Am 31.8. fängt die Basketball-EM an. Sie findet dieses Jahr in Litauen statt, und eigentlich kann es überhaupt keinen besseren Ort dafür geben. Die Litauer feiern Basketball wie nichts anderes – von daher passt „The heart of european basketball“ ganz gut:

 

Auch die „offizielle Hymne“ zeigt meiner Meinung nach sehr gut die Begeisterung der Menschen, wenn es um Basketball geht. Gut, das Lied ist jetzt nicht so der Bringer, aber das ist ja egal:

 

Sowas ist hier in Deutschland wirklich undenkbar und ich beneide jeden, der bei der EM dabei ist!

Two years to go.

1. September 2010. Erster Tag in der Oberstufe. Meine Güte, was hab ich mir Gedanken gemacht wie das alles wird. Es kommt mir vor, als wär es gestern gewesen. Und alle Gedanken waren völlig umsonst. Meine Stufe ist doch nicht so schlimm wie ich dachte und es war doch ein ziemlich entspanntes Schuljahr. Auf einmal war dann schon Januar, Sozialpraktikum, erstes Halbjahr vorbei. Das zweite ging dann noch schneller vorbei, zwischendurch mal kurz Stress weil sich keiner sicher ist, ob jetzt die richtigen LKs gewählt wurden. Oder ob lieber Literatur statt Kunst gewählt werden soll, weil dann hat man ja dienstags 12 Stunden. Das war aber schnell geklärt und auf einmal war die Klausurenphase vorbei, aber dann kam ja noch ein ganzer Monat Schule, der glaub ich der längste im ganzen Schuljahr war. Und jetzt ist es vorbei. Endlich, kann ich sagen.

Nur noch zwei Jahre Schule. Irgendwie hab ich mir doch gestern erst Gedanken gemacht, was ich in der Oberstufe für Fächer haben will? Ich finde es grausam, zu wissen, dass ich heute in zwei Jahren bereits mein Abi habe (zumindest ist es so gedacht, und ich gehe jetzt einfach mal davon aus dass ich nicht auf einmal total abstürze, was meine Noten angeht). Denn die Frage ist ja: was kommt danach? Das kommt mir alles noch so unglaublich weit weg vor. Bin ich nicht vorgestern erst noch über die „Brücke“ gegangen, die uns „den Weg ins Gymnasium“ zeigen sollte?

Wahrscheinlich mache ich mir viel zu viel Stress. Aber eigentlich ist das auch logisch, wenn die Lehrer schon so einen Stress machen, uhh, ihr kommt jetzt in die Qualifikationsphase, jetzt geht’s richtig los, strengt euch bloß an! Ihr seid der Doppeljahrgang! Meine Güte, kein Wunder, dass uns das beschäftigt.

So. Und jetzt werde ich meine Ferien genießen. Schule für die nächsten sechs Wochen mal vergessen und mich wichtigerem widmen. Basketball, zum Beispiel.

Von Drogen und Liebe.

Freitag fangen die Ferien an. Sechs Wochen später sind sie vorbei. Und danach habe ich aller Voraussicht nach weder einen Trainer noch ein richtiges Team.
Letzte Saison hab ich U17 gespielt, in dem besten Team, das ich mir vorstellen kann. Richtig guter Trainer, es war alles super. Jetzt bin ich zu alt dafür und muss Damen spielen, weil der Verein keine U19 melden will. Naja, aber das ist eigentlich auch ein anderes Thema.

Was ich sagen wollte: wofür spielt man Basketball? Oder macht irgendeinen anderen Sport im Verein? Um sagen zu können: „Ey, ich bin voll cool, ich spiel Basketball bei den Telekom Baskets!“? Deswegen spiele ich nicht. Ich spiele Basketball, weil es für mich wirklich wie eine Droge ist. Immer alles geben und über seine Grenzen hinausgehen. Irgendwann an dem Punkt ankommen, wo man denkt „Ich kann nicht mehr“ und darüber hinausgehen. Denn dann ist es einem irgendwann egal, dann spielt man wie in einem Rausch. Fixiert auf Ball und Gegner. Den Gegner stoppen, Ball klauen. Mit vollem Tempo auf den Korb zulaufen, den Gegenspieler hinter dir hören, denken „Ich muss den scheiß Ball jetzt in den Korb machen“. Scoren.
Es gibt für mich kein besseres Gefühl, als wenn ich mich nach dem Training am liebsten heulend in die Ecke legen würde, weil ich so am Ende bin. Aber ich weiß, ich habe verdammt nochmal alles gegeben.
Ich spiele Basketball, um besser zu werden. Und ich kann es absolut nicht nachvollziehen, wenn man in einem Verein spielt, nur um Basketball zu spielen.
Viele können das bestimmt nicht nachvollziehen, dieses Gefühl. Aber ich liebe es. Es ist meine Droge.

Familie.

Anmerkung: Das ganze ist heute Nachmittag auf dem Geburtstag von meinem Opa entstanden.

Familienfeier. Letztendlich ja immer der gleiche Unsinn. Man sitzt da und isst und im Laufe des Tages kommt die ganze Verwandtschaft an und du führst tausendmal das gleiche Gespräch.
Na Lea, wie gehts dir? Wie läuft Basketball? Jaa, alles gut, viel Training im Moment, aber guter Trainer, gutes Team. Ach schön, das freut mich zu hören, uns gehts auch gut, wir sind ziemlich im Stress, aber zum Glück sind ja bald Ferien, fahrt ihr denn in Urlaub? Nee, wahrscheinlich nicht, nur ich vielleicht mal meine andere Oma besuchen. Achso, ja gut, dann lass es dir mal noch schön schmecken!

Das ist ja sowieso immer das einzig gute an so Veranstaltungen: das Essen. Man kann essen so viel man will und was man will und es ist immer nochwas Hunger da am Ende, der dann für den Nachtisch da ist. Kuchen, Torte, Pudding, Erdbeerquark sehe ich, wenn ich jetzt gerade aufs Buffett gucke.
Und über allem steht immer eins: dieses gespielte wir-haben-uns-alle-lieb-und-keine-Sorgen-und-alles-ist-toll. Nein komm, heute hat dein alter Vater Geburtstag, wer weiß wie lange der überhaupt noch lebt, und der freut sich doch so alle wiederzusehen, also sprich heute mal nicht über deine Geldsorgen oder über den Stress mit deinen Kindern, tu so, als wärt ihr die perfekte Familie und sag allen, dass du dich freust, sie endlich mal zu sehen.

Ich muss jetzt leider aufhören zu schreiben, da kommt meine Großtante, um mir zu sagen, wie groß ich schon wieder geworden bin.

50 Dinge über mich.

1. Ich bin so mainstream, dass ich jetzt auch sowas schreibe und mich gerade frage, ob das überhaupt jemand liest.

2. Mein Leben hätte ohne Basketball keinen Sinn.

3. An manchen Wochenenden verbringe ich mehr Zeit im Telekom Dome als zuhause.

4. Für immer Baskets.

5. Ich bin kein Mädchen, das mit Handtasche und Starbucks Becher durch die Stadt läuft.

6. Musik mag ich, aber lebenswichtig ist es nun nicht.

7. Ich stehe nachts auf um NBA zu gucken.

8. Ich kann keine Postkarten wegschmeißen.

9. Ich habe alle Harry Potter-Bücher ungefähr 87 Mal gelesen.

10. Den 7. Teil sogar in einer Nacht.

11. Ich habe komplizierte Familienverhältnisse.

12. Alle denken irgendwie immer, ich wäre total gut in der Schule, das bin ich aber überhaupt nicht.

13. Mir fällt jetzt schon nicht mehr ein was ich schreiben könnte.

14. Ich kann nicht malen.

15. Ich hasse Französisch abgrundtief.

16. Ich habe mal ein Jahr Fußball im Verein gespielt.

17. Seit ich meine Liebe zu Basketball entdeckt habe, frage ich mich, wie ich mich jemals für Fußball begeistern konnte.

18. Als ich 11 war, habe ich die vier schlimmsten Monate meines Lebens erlebt.

19. Ich glaube an Gott.

20. Ich erwarte, dass Leute das akzeptieren, auch wenn sie es selbst nicht tun.

21. Das heißt nicht, dass ich streng katholisch bin.

22. Ich will unbedingt mal nach Berlin und nach New York.

23. Ich mag Bayern nicht.

24. Ich bin noch nie geflogen.

25. Mein Adventskalender hängt das ganze Jahr über in meinem Zimmer.

26. Ich habe einen Hund, den ich liebe und drei Katzen, die ich nicht so gerne mag.

27. Es gibt kaum besseres, als den ganzen Tag mit meinem Team in der Halle rumzuhängen.

28. Mein Musikgeschmack kann täglich wechseln.

29. Jetzt gerade mag ich die alten Lieder von Robbie Williams gerne, weil das gerade im Radio kommt.

30. Latein war mal mein Lieblingsfach. Das lag aber am Lehrer.

31. Ich habe erst ein einziges Mal eine 5 geschrieben.

32. Als ich die Arbeit wieder bekommen habe, musste ich sehr lachen.

33. Ich habe Angst vor der Zeit nach der Schule, weil ich keinen Plan hab, was ich machen will.

34. Ich hasse es, in diesem blöden Doppeljahrgang zu sein und mit der Stufe unter mir Abi zu machen.

35. Durch Twitter haben sich meine Schlafverhätnisse drastisch geändert.

36. Ich wohne fast gar nicht mehr in Bonn, sondern in Sankt Augustin. Noch ist es aber zum Glück Bonn.

37. Ich wohne in einem blöden Dorf.

38. Die Zeit vergeht mir viel zu schnell, weil bald sind schon wieder Sommerferien. Meine Jugend schwindet dahin!

39. Meine Schwester wird gerade so, wie ich sie nie haben wollte.

40. Und ich kann nichts dagegen tun, weil wir nicht zusammen wohnen.

41. Nur noch 10 Sachen.

42. Basketball ist mir wichtiger als Hausaufgaben oder so zu machen.

43. Ich kann Leute nicht verstehen, die nicht zum Training kommen, weil sie am nächsten Tag Klausur schreiben oder so.

44. Naturwissenschaften gehen bei mir nicht zum einen Ohr rein und im anderen wieder raus. Sie gehen erst gar nicht in meinen Kopf rein.

45. Ich bin in Klausuren immer viiiieel zu früh fertig und schreibe grundsätzlich viel weniger als alle anderen.

46. Ich hatte mal eine 1+ in Mathe. Danach ging es bergab.

47. Ich musste in der Grundschule die Schule wechseln und habe es gehasst.

48. Wirkliche Freunde hab ich auch eh erst auf der weiterführenden Schule gefunden.

49. Ich liebe Basketball.

50. Ich muss jetzt mal wieder zur Schule.

Diese Liebe

„…doch unsere Liebe zu den Baskets muss wie ein Fels in der Brandung bestehen!“

Gestern war das letzte Spiel der Saison 2011/11 für die Baskets. Keine Playoffs dieses Jahr, ein halbes Jahr Sommerpause, einfach fürchterlich. Es war eine grausame Saison, und die Halle war total leer gestern. Und trotz der vergangenen Saison war der schönste Moment doch gestern beim letzten Spiel. Bei der Choreo vor dem Spiel hatte ich so eine Gänsehaut, und ich musste mich wirklich zusammenreißen, dass mir nicht die Tränen kommen. Der Supporters Club Bonn hat davor einen Flyer verteilt mit Hinweisen zur Choreo und sowas, und ich zitiere jetzt einfach mal:

…sind die Bonner Fans jedoch in einem Gedanken vereint: Unseren Verein, die Telekom Baskets Bonn, auf seinem Weg zu begleiten, allen Hindernissen und Widrigkeiten, allen Durststrecken und Krisen zum Trotz! Denn auch nach mancher Wandlung seit dem Umzug in die neue Heimat lebt dieser Club doch nach wie vor in großem Maße von seinen Fans – vielmehr als andere Vereine im Deutschen Basketball und diese Stärke darf ihm und uns niemals genommen werden!

Muss ich dazu noch irgendwas sagen? Bevor ich gestern Abend losgefahren bin zur Halle, hat meine Schwester mich gefragt ob ich denn dann heulen würde, weil es das letzte Spiel ist. Als ich „Vielleicht“ geantwortet habe, meinte sie, ich würde mich da viel zu sehr reinsteigern. Aber ist das reinsteigern? Ich liebe diesen Verein einfach, und ich glaube man kann das nicht verstehen wenn man das nicht selber kennt. Die Gießen 46ers haben gestern Abend zwar ihr letztes Spiel verloren, den Klassenerhalt aber trotzdem geschafft und als ich dann nach dem Spiel SMS von Jonathan bekommen habe, da habe ich sogar über’s Handy seine Liebe zum Verein gespürt. (Sein Blog ist übrigens hier.) Egal was passiert, ob das Team jetzt die Playoffs verpasst oder absteigt oder was auch immer, man hält trotzdem weiter zur Mannschaft.

Wir blieven he, wat och passeet!

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